Glühwein Hypokras verleiht Flügel! Das kulinarische Erbe der Schweiz

Was wäre der Weihnachtsmarkt in Frick ohne Hypokras? – Was wäre Weihnachten ohne Glühwein? – Seit bald 15 Jahren freue ich mich jedes Jahr wie ein kleiner Bub auf die Glühweinzeit. Und wie es das mit dem Wein so in sich hat – „Das Leben ist zu kurz – um schlechten Wein zu trinken!“ Der Glühwein Hypokras – nach altem Basler Rezept, verleiht Flügel und die Frick Wine Vinothek ist weit über die Region bekannt, den leckeren Wein in der Nordwestschweiz zu vermarkten.

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Verleiht der Hypokras tatsächlich Flügel?

Ob er mir persönlich wieder Flügel verleiht – das sehen wir dann an Weihnachten in Frick vom 6. Dezember 2014. Mit oder ohne Flügel – das ist die Frage! Als Engel oder Bengel – fragen sich die 10’000 Besucher jedes Jahr. Die Mystik um den Glühwein Hypokras bleibt bestehen – und das ist gut so, denn er gehört ja auch zu dem kulinarischen Erbe der Schweiz.

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Der Hypokras ist ein gesüsster Rotwein, der mit Zimt, Nelken, Muskatnuss und Kardamom gewürzt ist. Er ist ein klassisches Wintergetränk.Der Hypokras gilt als Basler Spezialität, die auch vorwiegend in Basel konsumiert wird. Er wird sowohl privat in Basler Haushalten als auch gewerblich hergestellt. Der grösste Produzent befindet sich allerdings in der Nähe von Luzern, er produziert jedoch ausschliesslich für Basler Kunden. Ganz vereinzelt wird der Hypokras in der Zentralschweiz aber auch gewerblich und privat produziert respektive konsumiert.

Verwandt mit dem Röteli & Co.

Der Hypokras ist mit dem Rosoli, dem Röteli und dem Glühwein, ebenfalls mit ähnlichen Gewürzmischungen angereichte, alkoholische Getränke, verwandt. Im Unterschied zum Rosoli und dem Röteli, die beide aus Schnaps hergestellt werden, ist sowohl beim Hypokras als auch beim Glühwein das Ausgangsprodukt ein Wein. Im Unterschied zum Glühwein schmeckt der Hypokras auch kalt.

Der Basler Kulinariker Andreas Morel leitet den Namen Hypokras von der “Manica Hippocrati“ ab, einem textilen Filter, mit dem Ärzte arbeiteten. “Hippokrates“ steht dabei als Synonym für Arzt. Dieser Sack wurde früher bei der Herstellung des Hypokras verwendet: Der gewürzte Rotwein wurde mehrmals durch den Sack passiert. Der Volkskundler Kurt Lussi verfolgt hingegen die These, dass der Name Hypokras wegen seiner Heilkraft direkt auf den Arzt Hippokrates von Kos zurückzuführen sei. Dieser lebte im fünften vorchristlichen Jahrhundert und gilt als bekanntester Arzt der Antike. Der Basler Albert Spycher leitet den Namen seinerseits von “hypokrasis“ oder “hypokrasion“ her, was “Vermischung“ bedeutet. Als Beleg zitiert er den Basler Dichter Jakob Mähly, der im Jahr 1856 mit folgendem Vers über die Namensherleitung des Getränkes nachdachte und dabei den Zusammenhang mit dem Arzt Hippokrates verneinte: “E Menge, hoff i, wenn er weiss, Was Hypokras uf guet dytsch heisst, Git em der Abschied uf sim Tisch: S heisst ebe: Gmisch. Zwor menge Glehrte, überklueg, Het an der Ableitung nit gnueg: S käm, heissts do, vom Hippocrates, Doch das sind Gspäss.“

Hier geht’s weiter zur Geschichte:

http://www.kulinarischeserbe.ch/product.aspx?id=258

 

 

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